‚Im Anfang’ – Die Erschaffung der Raumzeit

athanasios_smallportrait.jpg

Vr. Athanasios Mytilinaios (†2006)

Hl. Kloster Komnineiou, Stomion Larisis, Griechenland

1. Kapitel


In der ersten Kirche wurde die Taufe vor allem im fortgeschrittenen Alter vollzogen. Aufgrund der heutigen Kleinkindtaufe wird mit unserer Katechese nach unserer Taufe angefangen. Aus diesem Grund ist es ein wirklicher Segen, wenn wir es jemals nachvollziehen, daß wir unsere Katechese nach unserer Taufe im Erwachsenenalter nachholen sollten. Es ist weder Luxus, die Katechese, noch etwas außerordentliches, noch, wenn man so will, etwas fakultatives. Die Katechese ist das Notwendigste. Deswegen, wenn wir es vergegenwärtigen, daß wir die Kenntnis des Inhaltes unseres Glaubens erwerben sollten, dann, ohne Zweifel, werden wir nicht zu unseren kindlichen und jugendlichen Jahren zurücklaufen, um unser spirituelles, theologisches, christliches Wissen zu ergänzen, sondern werden in unserem ganzen Leben suchen. Die Jünger von Christus hießen bis zu ihrem Tode Jünger, d.h. sie lebten im Geiste eines Lernenden. Und wir auch sollten den Geist eines Lernenden besitzen bis wir sterben. Deswegen glauben wir nicht, daß wir fakultativ und außerordentlich lernen, sondern, daß es nötig und notwendig ist, wenn wir natürlich Christen heißen wollen. Wenn man so möchte, ist all das Schlechte, was sich in unserem Leben angehäuft hat, da, weil die Katechese fehlt. Die Mehrheit des Volkes ist uninformiert über die Themen unseres Glaubens, sie bleibt ohne Katechese.

Mit dem Begriff Kosmologie meinen wir die Befassung mit der Thematik der Entstehung der Welt, ein gewaltiges Thema, das die Philosophen immer beschäftigt hat, und zwar mehr die frühen präsokratischen des antiken Griechenlands, die versuchten, hinter das Mysterium der Schöpfung zu gelangen: Was ist die Welt? Was ist das, was uns umgibt? Wer hat es erschaffen? Was ist der Zweck? Wo wird es enden? Dies heißt Kosmologie, und zwar christliche. Warum heißt es christliche? Weil wir das Thema nicht aus philosophischer oder wissenschaftlicher Sicht betrachten werden, sondern aus christlicher und heiligschriftlicher Sicht. Man könnte sagen: aber die Wissenschaft oder die Philosophie sagt dies und jenes. Sicherlich werden wir Bezug auf wissenschaftliche und philosophische Bereiche nehmen, aber was dann? Die Goldschmiede haben einen Stein, der Lydischer Schiefer heißt. Dies ist ein schwarzer glatter Kieselschiefer, der anhand des Dunkelheitsgrades eines Probestriches zur Bestimmung des Feinhaltes von Goldstücken angewendet wird. Also, wenn wir den Inhalt unseres Glaubens Schritt für Schritt zu beherrschen lernen, egal welche Theorien wir hören werden, egal wo, über die Entstehung der Welt und des Menschens, werden wir in der Lage sein, zu beurteilen, ob diese Theorien als christlich gelten können. Zum Beispiel die Evolutionstheorie von Darwin, die besagt, daß wir vom Affen abstammen. Und man überlegt sich: also hat uns Gott nicht geschaffen? Stammen wir von einer Tierspezies auf eine evolutionäre und zufällige Art und Weise ab? Also hat diese Evolution keinen Plan, passiert sie einfach so mit dem Faktor Glück? Ist diese Welt zufällig aufgefunden worden? Und was ist diese Welt?..usw. Auf all diesen Fragen sollte man eine Antwort geben können, zuerst sich selbst und dann seiner Umgebung.

Was sagt uns, was offenbart das Wort Gottes? Die gesamte Heilige Schrift bezieht sich mehr oder weniger auf diese Thematik. Aber die Hauptquelle unserer Informationen wird das Buch der Genesis sein. Dieses Buch ist von Moses im 15. Jahrhundert v.Chr. geschrieben. Es ist das erste Buch des Alten Testaments und folglich der ganzen Heiligen Schrift. Es wird von vielen unwissenden für mythologisch gehalten, oder behauptet, daß es die Wissenschaft nicht ertragen kann. Daß wir nicht mehr die Geschichte von Adam und Eva erwähnen sollten, und auch nicht, daß Gott die Welt in sechs Tagen geschaffen hat. Und trotzdem, nicht nur kann das Wort Gottes mit der Wissenschaft mithalten, sondern es läßt auch den Erforscher (und nicht einfach Leser) erstaunt zurück, bezüglich dessen, was die Wissenschaft zu sagen hat. Und so, ohne daß wir Wissenschaft betreiben, wird alles von alleine kommen.

Wir vergleichen mit der Wissenschaft und bekommen unsere Information als Christen, die eine authentische Antwort verlangen würden. Denn es ist bekannt: weder die Philosophen noch die Wissenschaftler können uns eine authentische Antwort geben. Heute behaupten sie dies und morgen jenes. Die Wissenschaft überprüft und widerlegt sich kontinuierlich, d.h. wenn die Wissenschaftlicher etwas besseres entdecken, verlassen sie die alte Theorie und formulieren eine neue, aber immer noch eine Theorie. Die wissenschaftlichen Wahrheiten sind sehr wenige. Zum größten Teil arbeitet man dort mit Theorien, d.h. mit einem wissenschaftlichen Glauben, genau das heißt Theorie. Das Gerüst der gesamten Wissenschaft besteht nicht aus wissenschaftlichen Wahrheiten, also etwas bewiesenem. Wir sagen: ‚Die Evolutionstheorie’, ‚Die Theorie der Entstehung des Universums’. Welche Theorie? A, B, C, D..Eine Vielzahl von Theorien. Und jede versucht, eine Antwort zu geben. Warum? Weil keine authentische Antwort gegeben wurde.

Das Buch der Genesis ist sehr alt, ca.3500 Jahre. Aber nehmen wir solch ein altes Buch, um Informationen zu sammeln? Dies ist umso erstaunlicher, je älter es ist: Wie ist es möglich, daß in einem so alten Buch Dinge formuliert und geschrieben worden sind, die heutzutage gerade erst entdeckt werden. Dies erhöht den Grad der göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, und speziell des Buches der Genesis. Vielleicht könnte man behaupten, sein Verfasser hätte außerbiblische Quellen benutzt, z.B. er habe Elemente von den Ägyptern, den Babyloniern verwendet, um das Buch Genesis zusammenzustellen. Es besteht ein so großer Abstand zwischen der Heiligen Schrift und der ägyptischen und babylonischen Philologie der Kosmologie und Anthropologie, ein so großer, es wäre lächerlich, so etwas zu behaupten. Das bemerkt man unmittelbar beim Lesen ägyptischer oder babylonischer Literatur.Und weil man leider heutzutage ohnehin die Wissenschaft vergöttlicht, wird bei unserer Analyse Bezug auf sie genommen, wo es nötig ist.

Hier möchte ich die Meinung zwei großer Wissenschafter erwähnen. Der große Physiker und Mathematiker André-Marie Ampère, nach dem die Basiseinheit der elektrischen Stromstärke benannt ist (das Ampere [A]), hat folgendes gesagt: ‚Moses hat entweder vor 3500 Jahren die geologischen und kosmographischen Kenntnisse unserer Zeit gehabt oder er war gottesinspiriert’. Das erste ist auf alle Fälle unmöglich. Man wusste damals nicht einmal, ob die Erde sich um die Sonne dreht oder andersherum, ein sogar unbedachtes Thema im 15. Jahrhundert v.Chr. .Wenn also Moses keine solchen Kenntnisse hatte, insbesondere der Gegebenheiten gerade der vergangenen 100 Jahre, bleibt nichts anderes als, daß, was er im Buch der Genesis registriert hat, von Gott inspiriert ist.

Und bei einem anderen Zitat von Lapparent (Albert Auguste Cochon de Lapparent), einem großen Geologen der französischen Akademie, heißt es: ‚Wenn ich in vierzig Zeilen die authentischten Ergebnisse der Geologie zusammenfassen müsste, würde ich den Text der Genesis abschreiben, also die Geschichte der Schöpfung, wie sie Moses geschrieben hat’. Dies verleiht dem Buch eine unermeßliche Geltung und eine großartige Authentizität.

Das als eine kleine Einleitung für die folgende Analyse der grandiosen und kernigen Themen der christlichen Kosmologie und Anthropologie. Wir fragen uns: ’Was heißt Mensch? Was ist der Mensch?’ Einmal nahm der griechische Philosoph Diogenes einen Hahn rupfte ihn und sagte: ‚Da, der Mensch..’ So wie die Füße und die Flügel aussahen, wie menschliche Füße und Hände, das ist der Mensch…hier die Antwort…ein Geheimnis ist der Mensch…wir wissen nicht, was der Mensch ist…bis jetzt hat niemand geantwortet, weder die Wissenschaft noch die Philosophie. Und vielmehr: was ist der Zweck der Existenz des Menschen? Ein Beispiel: ist die Frau ein Mensch? Natürlich, aus der Sicht der Heiligen Schrift und der Kirche, ist sie selbstverständlich.Und dennoch, einmal war dies nicht selbstverständlich, mit praktischen Folgen: die Entstehung des Feminismus. Und heute streiten sich einige noch immer, ob Frau und Mann gleich sind. Und trotzdem, wenn wir einmal erfahren, wie die Frau entstand, woher sie kommt, wie sie zum Mann stand, werden wir alle Elemente des ‚wahren christlichen Feminismus’ annehmen. Wie schrecklich ist der weltliche Feminismus…er hat so viele negative Elemente, die die Frau in Bedrängnis versetzt haben, weil diese sie vermännlichen. Wir jedoch werden das Maß beibehalten, und die Heilige Schrift, die Offenbarung Gottes, gibt das Maß vor.Deswegen sollten wir diese unschätzbaren, unser Herz mit Freude füllenden Texte aufbewahren, wie einen Lydischen Stein, der uns das Echte zeigt und das Nutzlose beiseite legt.

Genesis 1;1-3:
1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Tiefe und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.

3 Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht
.’

Akakius von Cäsarea sagt: ‚Es ist dasselbe wie ‚Gott schuf den Anfang der Zeit und den Anfang der Welt’’. Es präsentieren sich also von Anfang an zwei Elemente, das Element der Zeit und das Element des Raumes. Die erste Zeile ist nach Gewohnheit des heiligen Verfassers, Moses, die Einleitung, aber auch die Zusammenfassung des ersten Kapitels und des gesamten Buches. Wenn er schreibt ‚im Anfang’, deutet er auf Zeit hin. Aber Zeit blieb von den Menschen der Antike ungeachtet. Die alten Philosophen beobachteten besonders das Thema der Schöpfung ohne die Zeit. Sie beachteten das Thema Zeit nicht, sie sahen nur die Schöpfung vor sich. Aber die Schöpfung ohne die Zeit ist eine unverständliche Sache, absolut unverständlich, ganz einfach, weil wir in der Schöpfung Geschehnisse finden, die einen Anfang und ein Ende haben. Diese Rede z.B. hat angefangen und wird irgenwann beendet sein. All diese Ereignisse sind winzig kleine Zeitabschnitte. Und die gesamte Schöpfung besteht sicherlich aus kleinen Teilen des Raumes, die einen Ausdruck haben. Auch etwas statisches, z.B. ein Gebäude, erfährt Ereignisse innerhalb der Zeit, nämlich den Verschleiß. Gibt es irgwendetwas ohne Abnutzung? Egal ob ein Tempel zweihundert Jahre, der Berg Olymp fünfhunderttausend Jahre oder eine Wanduhr nur fünf Jahre alt ist. Bedeutend ist, es gibt Veränderung, und diese wird von der Zeit registriert. Die Schöpfung ist also nichts statisches, es kommt Zeit hinzu. Und dies ist zu Ehren der Heiligen Schrift: sie führt uns direkt in die Schöpfung des Raumes (‚Himmel und Erde’) und die Schöpfung der Zeit (‚Im Anfang’) ein. Das ist das erstaunliche, daß der Mensch Tausende von Jahren gebraucht hat, um dies zu verstehen, und er hat es gerade erst verstanden. Natürlich fingen die alten Philosophen an, etwas zu bemerken, aber die Wissenschaft hat es erst zuletzt formuliert. Was? Die Tatsache, daß Raum und Zeit Dinge sind, die gleichzeitig entstanden sind und sich nie trennen. Beispiel: ein Stoff besteht aus senkrecht und waagerecht angeordneten Fäden. Hat man einen Stoff ohne die senkrechten Fäden? Nein, nur eine Menge parallel laufender Fäden.Wenn man die waagerechten wegnimmt? Nein. Um einen Stoff zu haben, braucht man sowohl die senkrechten als auch die waagerechten Fäden. Um die Schöpfung zu haben, braucht man sowohl den Raum als auch die Zeit. Der Raum versteht sich nicht ohne die Zeit. Und die Zeit versteht sich nicht ohne den Raum. Das sind zwei Dinge, die sozusagen ‚gleichzeitig’ sind. Ist vielleicht die Zeit etwas früher entstanden? Nein. Ist vielleicht der Raum etwas früher entstanden? Nein. Sie sind zusammen entstanden. Dies findet man sehr schön beim wunderbaren und denkwürdigen Spruch vom Hl. Augustin: ‚..non in tempore sed cum tempore fixit Deus mundum…’. Nicht in der Zeit, sondern mit der Zeit hat Gott die Welt erschaffen. Es existierte also nicht die Zeit, und dann irgendwann einmal fing die Erschaffung an., sondern Zeit und Raum existieren zusammen. Das ist grandios.. Platon sagte: ‚..Gott schuf die Welt zusammen mit der Zeit, so daß wenn die Welt und die Zeit jemals untergehen,gehen sie gemeinsam unter’. Das ist eine große Wahrheit..So gelangen wir vom ersten Satz der Genesis zur Raumzeit von Einstein. Vor Einstein wurde Zeit bei den Beobachtungen nicht so ernst genommen. Die Zeit spielt eine sehr große Rolle, wenn die Geschwindigkeit sehr groß wird. Wenn die Bewegungsgeschwindigkeit der Materie den Grenzwert der Lichtgeschwindigkeit erreicht, dann bekommen wir sofort Energie. Die Energie gleicht dem Produkt der Masse zum Quadrat der Lichtgeschwidigkeit. Das ist ein Fundament. Vom simplen und weisen Satz ‚Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde’ zur Raumzeit Einsteins. Erstaunlich…Grandios…Aber noch etwas: Wenn Moses vom Anfang spricht, dann heißt es, wir haben Anfang und Ende. Denn was anfängt, endet auch immer. Dies ist auch eine philosophische These. Es hat große Bedeutung beim Thema Geduld. Unser Leben beeinhaltet Qualen, wird aber enden, egal wie lange es dauern wird. Aber wenn wir etwas Wert auf das Leben jenseits des Todes legen, dann wird eine bedeutsame Tugend geboren, die der Geduld. Alles endet. In unserem Volk ist diese Weisheit verbreitet: alles was anfängt, endet. Moses impliziert also auch ein Ende. Also hat die Schöpfung auch ein Ende? Natürlich. Gibt es ein Ende? Wenn es einen Anfang gibt, dann existiert auch ein Ende. Und was ist dieses Ende der Schöpfung? Wie ist es definiert? Das Universum wird also eines Tages zu einem Ende kommen? Selbst die Wissenschaftler sprechen über ein Ende des Universums.

Wir haben zwei Ansichten, eine physikalische und eine apokalyptische. Nach der ersten sagt uns die Wissenschaft, daß die Natur langsam stirbt, und über unsere Sonne, denn es gibt Billionen von Sonnen, sagt sie ebenfalls, daß sie stirbt. Es wird geschätzt, daß die gesamte Lebensdauer der Sonne 107 x 10^9 Jahre beträgt, also 107 Billionen Jahre. Sie ist jetzt im kindlichen Alter vom 6 Billionen Jahren. Die Sonne verliert ihre Materie durch die Energie, durch das Licht. Vielmehr wird unsere Erde immer schwerer, Materie in Form von Licht aufnehmend. In einer Sekunde verliert die Sonne 4 Millionen Tonnen Materie, in einer Minute 240 Millionen Tonnen, vierundzwanzigstündlich 360 Billionen Tonnen. Sie stirbt, und mit ihr zusammen das gesamte Universum. Aber was heißt ‚das Universum stirbt’? Es stirbt durch den sog. thermischen Tod. Diese Theorie besagt folgendes: nach dem 2. thermodynamischen Gesetz dieser qualitativen Entwertung der Energie geht nichts verloren, nur die Qualität sinkt. Wir haben keinen Verlust von Energie. Außer dem Materieerhaltungsgesetz gilt auch das Energieerhaltungsgesetz. Aber wie sterben dann die Dinge? Folgenderweise: warum dreht sich die Erde um die Sonne? Wegen der Temperatur der Sonne und der magnetischen Felder, wie auch die anderen Planeten. Wenn die Sonne einmal keine Temperatur mehr hat, dann wird es keine Bewegung geben. Was passiert dann? Die Energie des Universums in Form von Lichtenergie sinkt auf die Form der Wärme. Die Wärme ist die niedrigste Qualität einer Energieform, die es gibt, und jeder ihrer Punkte befindet sich auf der gleichen Ebene. Und weil wir dann keine Differenz von Potential haben, haben wir Tod. Ein Beispiel: Hat das Meer Energie? Entsetzlich viel. Wenn wir es auf dem Olymp hätten und dann herunterfließen ließen, kann man sich vorstellen, wie unglaublich viel Energie wir ausnutzen könnten. Dafür brauchen wir aber erst Energie. Das Meer liegt auf einer Ebene, ist eine Ebene. Man müsste mehr Energie verbrauchen, als man danach gewinnen würde. Das Meer hat Wert, denn es behält Energie, aber auf der gleichen Ebene. Gleichermaßen würde die gesamte Energie des Universums auf eine Ebene fallen, also keine Bewegung mehr beinhalten, gleich dem Tod. Aber Tod heißt nicht Verschwinden, sondern Akinesie. Wie eine Leiche, die sich nicht bewegt, wenn man sie hermetisch aufbewahrt und dann jedes Jahr wiegt, wird man feststellen, daß nichts verlorengegangen ist. Alles ist noch vorhanden, und dennoch ist dies Tod. Also sagt uns die Wissenschaft, wir haben den thermischen Tod des Universums gemäß dem Gesetz der sogenannten Entropie, so nach der Physik. Das ist die physikalische Auffassung. Also hatte Moses Recht, wenn er schrieb ‚im Anfang’? Ja, unglaublich. Sucht man aber nach den materialistischen Systemen und Theorien, z.B. im kleinen philosophischen Lexikon von Rosenthal, findet man unter dem Stichwort Materie, daß sie ewig ist. Wie naiv… Und trotzdem werden die Menschen damit berieselt, mit materialistischen Systemen. Die Materie ewig? Die Materie ist nicht ewig.

Aber jetzt zur apokalyptischen Ansicht. Das Ende ist, wie uns die Wissenschaft besagt, nicht Vernichtung, sondern Akinesie. Gott offenbart uns, das Ende sei wirklich keine Vernichtung. Denn alles, was Gott schöpft, kehrt nicht zum Nichts, aus dem Gott die Welt schuf. Aber was ist es dann? Es ist Änderung, Veränderung in einer eigenartigen Raumzeit. Und diese eigenartige Raumzeit nach dem Tod des Universums, der nicht mit dem physikalischen Tod zusammenfällt, sondern mit der Zweiten Erscheinung Christi, ist nichts anderes als…das Reich Gottes. Im 102. Psalm David’s liest man: ‚..Vorzeiten hast du der Erde Grund gelegt, / die Himmel sind das Werk deiner Hände. Sie werden vergehen, du aber bleibst; / sie alle zerfallen wie ein Gewand; du wechselst sie wie ein Kleid / und sie schwinden dahin...’.Wie man ein Kleid von innen nach außen dreht, so wird Gott tun, die Schöpfung von innen nach außen drehen. Was heißt von innen nach außen? Dies ist eine Sache Gottes…Die Schöpfung wird erneuert. Der Evangelist Johannes sagt im 21.Kapitel der Offenbarung: ‚..Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr’. Also eine andere Form wird das Universum annehmen, es wird nicht sein, wie wir es kennen. ‚…Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu…’. Also wir sehen, Gott legt das Fundament für den Raum, legt das Fundament für die Zeit, aber Gott selbst bleibt außerhalb des Raumes und außerhalb der Zeit. Wie bleibt aber Gott außerhalb des Raumes und der Zeit? Warum identifiziert sich Gott nicht mit Raum und Zeit?

 

Homilien katechetischer Lektionen

(ins Deutsche übertragen von Alexander S. Iliadis)


About this entry