Hll. Makkabäer Märtyrer

Die Sieben Heiligen Maccabäer Märtyrer: Habim, Antonin, Guriah, Eleazar, Eusebon, Hadim und Marcellus, ihre Mutter Solomone und ihr Lehrer Eleazar (166 v.Chr.)

Die heiligen Makkabäer sind alttestamentliche, vorchristliche Heilige. Es sind die Mutter Salomone, ihre sieben Söhne und ihr Lehrer der Altvater Eleazar, die unter dem syrischen Herrscher Antiochus IV. Epiphanes, der 175 bis 164 v. Chr. regierte und wegen seiner Taten als Vorläufer des Antichristen in die Geschichte eingegangen ist, den Märtyrertod erlitten, weil sie am jüdischen Gesetz festhielten.

Als Ort des Martyriums können Jerusalem und Antiochia angesehen werden. Makkabäerreliquien wurden später nach Konstantinopel und Rom gebracht. Die im Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel aufbewahrten Gebeine der Hl. Salomone sind die älteste, ganzkörperliche heilige Reliquie.

Obwohl sie nicht unbedingt zur Familie der Makkabäer gehörten, starben die 7 jüdische Brüder und ihre Mutter als Märtyrer für ihren Glauben, wie in 2 und 4 Makk. beschrieben, und sind im Christentum bekannt als die „Heilige Maccabäer Märtyrer“ oder „Heilige Maccabäer“ gewesen, von den Namen der Bücher, in denen ihr Martyrium erzählt wird. In der christlichen Überlieferung gelten sie als Märtyrer, denen man im Mittelmeerraum viele Kirchen weihte.

Die Orthodoxe Kirche feiert ihr Gedächtnis am 1. August, dem ersten Tag der ‘Entschlafung Mariä’ Fastenzeit.

Die Sieben Heilige Maccabäer Märtyrer: Habim, Antonin, Guriah, Eleazar, Eusebon, Hadim (Halim) und Marcellus, ihre Mutter Solomone und ihr Lehrer Eleazar erlitten im Jahre 166 vor der Geburt Christi unter dem  gottlosen syrischen Kaiser Antiochos dem Epiphanes. An einem hellenistischen Kult haftend, führte Antiochos Epiphanes heidnische Bräuche in Jerusalem ein und in ganz Judaea. Er entweihte den Tempel des Herrn, indem er dort eine Statue des heidnischen Götzen Zeus hinstellte und den Juden zwang, es anzubeten. Viele von denen fielen dann weg vom wahren Gott. Aber es gab auch diejenige, die wegen des Verfalles des Volkes Gottes tiefst trauerten und die weiter an die kommende Ankunft des Heilsbringers glaubten. Ein 90 jähriger Ältester – der Gesetz-Lehrer Eleazar wurde wegen seiner Befolgung des mosaischen Gesetzes vor Gericht gebracht, unterzog sich Folterqualen unerschütterlich und starb in Jerusalem. Tapferkeit wurde ebenfalls von den Schülern des heiligen Eleazar gezeigt – den sieben Makkabäern Brüder und ihrer Mutter Solomone. Sie wurden auf Befehl des Kaisers Antiochos in Antiochia vor Gericht gebracht. Sie bestätigten sich furchtlos als Folger des wahren Gottes, und weigerten sich, den heidnischen Göttern Opfer zu bringen. Der ältere der Jungs, als erster dem Kaiser im Namen aller sieben Brüder geantwortet, wurde heftigen Folterungen übergegeben, in Sicht seiner übrigen Brüder und ihrer Mutter. Die nächsten fünf Brüder, einer nach dem anderen, lehnten das ihnen nahegelegte Götzenopfer und Heidenessen ab, unterzogen sich diese Folterqualen und wurden grausam hingerichtet. Dann blieb der siebte Bruder übrig, der aller jüngste. Antiochos schlug vor, daß Solomone den Knaben zur Abkehr mahne, so daß zumindest dieser letzte Sohn für sie übrigbleiben würde. Aber die tapfere Mutter ermutigte ihn dagegen im Bekenntnis des wahren Gottes. Der Junge ignorierte entschlossen das Drängen des Kaisers und unterzog sich gleichermaßen dezidiert die Folterqualen, genau so wie seine ältere Brüder. Nach dem Tod all ihrer sieben Kinder, die heilige Solomone, vor deren Leichen stehend, erhöhte ihre Hände im Gebet an Gott und starb. Der Märtyrerakt der Heiligen Sieben Maccabäer Brüder inspirierte Judas den Maccabäer, und er führte die Revolte gegen Antiochos, mit der Hilfe Gottes den Sieg erringend und dann den Tempel von Jerusalem von Abgöttern reinigend. Alle diese Ereignisse werden im Buch B’ Makkabäer berichtet, welches zum Alten Testament gehört. Predigten von Lobreden für die heiligen Maccabäer Märtyrer wurden von verschiedenen Vätern der Kirche dargebracht – Hl. Cyprian von Carthago, Hl. Ambrosius von Mailand, Hl. Gregor von Nazianzo and Hl. Johannes Chrysostom.

Troparion der Makkabäer, Ton A’ —
Durch die Schmerzen der Heiligen, für Dich ertragen, O Herr, sei ersucht, und heile Du all unsere Schwächen, wir loben Dich, O Du Der das Menschengeschlecht liebst.

Troparion der Makkabäer, Ton D’ —

Loben wir die Sieben Maccabäer, mit ihrer Mutter Salomone und ihrem Lehrer Eleazar; sie waren herrlich im gesetzlichen Kampf als Hüter der Lehren des Gesetzes. Nun als Christus’ heilige Märtyrer legen sie unaufhörlich für die Welt Fürsprache ein.

Kontakion der Makkabäer, Ton B’ —
O ihr sieben Säulen der Weisheit Gottes, sieben-ästige Leuchte des göttlichen Lichtes, O weiseste Maccabäer, ihr die vor den Märtyrern größte Märtyrer wart, fleht mit ihnen den Gott von Allem an, daß wir, die euch loben, errettet werden!

Das Martyrium der sieben Brüder und ihrer Mutter
2. Makkabäerbuch Kapitel 7,1-42

  1. Ein andermal geschah es, daß man sieben Brüder mit ihrer Mutter festnahm. Der König wollte sie zwingen, entgegen dem göttlichen Gesetz Schweinefleisch zu essen, und ließ sie darum mit Geißeln und Riemen peitschen. [Lev 11,7f.]
  2. Einer von ihnen ergriff für die andern das Wort und sagte: Was willst du uns fragen und von uns wissen? Eher sterben wir, als daß wir die Gesetze unserer Väter übertreten.
  3. Da wurde der König zornig und befahl, Pfannen und Kessel heißzumachen.
  4. Kaum waren sie heiß geworden, ließ er ihrem Sprecher die Zunge abschneiden, ihm nach Skythenart die Kopfhaut abziehen und Nase, Ohren, Hände und Füße stückweise abhacken. Dabei mußten die anderen Brüder und die Mutter zuschauen.
  5. Den gräßlich Verstümmelten, der noch atmete, ließ er ans Feuer bringen und in der Pfanne braten. Während sich der Dunst aus der Pfanne nach allen Seiten verbreitete, sprachen sie und ihre Mutter einander Mut zu, in edler Haltung zu sterben. Sie sagten:
  6. Gott der Herr schaut auf uns, und gewiß hat er Erbarmen mit uns. Denn so hat es Mose klar gesagt in dem Lied, in dem er öffentlich das Volk anklagte: Und er wird mit seinen Dienern Erbarmen haben. [Dtn 32,36]
  7. Als der erste der Brüder auf diese Weise gestorben war, führten sie den zweiten zur Folterung. Sie zogen ihm die Kopfhaut samt den Haaren ab und fragten ihn: Willst du essen, bevor wir dich Glied für Glied foltern?
  8. Er antwortete in seiner Muttersprache: Nein! Deshalb wurde er genauso wie der erste gefoltert.
  9. Als er in den letzten Zügen lag, sagte er: Du Unmensch! Du nimmst uns dieses Leben; aber der König der Welt wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferwecken, weil wir für seine Gesetze gestorben sind. [7,11.14.23.29.36; 12,43f; 14,46; Dan 12,2]
  10. Nach ihm folterten sie den dritten. Als sie seine Zunge forderten, streckte er sie sofort heraus und hielt mutig die Hände hin.
  11. Dabei sagte er gefaßt: Vom Himmel habe ich sie bekommen, und wegen seiner Gesetze achte ich nicht auf sie. Von ihm hoffe ich sie wiederzuerlangen.
  12. Sogar der König und seine Leute staunten über den Mut des jungen Mannes, dem die Schmerzen nichts bedeuteten.
  13. Als er tot war, quälten und mißhandelten sie den vierten genauso.
  14. Dieser sagte, als er dem Ende nahe war: Gott hat uns die Hoffnung gegeben, daß er uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. Für dich aber gibt es keine Auferstehung zum Leben.
  15. Anschließend nahmen sie sich den fünften vor und mißhandelten ihn.
  16. Der sah den König an und sagte: Du bist ein vergänglicher Mensch, und doch hast du die Macht unter den Menschen zu tun, was du willst. Aber glaub nicht, unser Volk sei von Gott verlassen.
  17. Mach nur so weiter! Du wirst seine gewaltige Kraft spüren, wenn er dich und deine Nachkommen züchtigt.
  18. Nach ihm holten sie den sechsten. Sterbend sagte er: Laß dich nicht täuschen! Du wirst nichts ausrichten. Denn wir sind selbst schuld an unserem Leid, weil wir gegen unseren Gott gesündigt haben. Darum konnte so Unfaßbares geschehen.
  19. Glaub aber ja nicht, daß du heil davonkommst; denn du hast es gewagt, mit Gott zu kämpfen.
  20. Auch die Mutter war überaus bewundernswert, und sie hat es verdient, daß man sich an sie mit Hochachtung erinnert. An einem einzigen Tag sah sie nacheinander ihre sieben Söhne sterben und ertrug es tapfer, weil sie dem Herrn vertraute.
  21. In edler Gesinnung stärkte sie ihr weibliches Gemüt mit männlichem Mut, redete jedem von ihnen in ihrer Muttersprache zu und sagte:
  22. Ich weiß nicht, wie ihr in meinem Leib entstanden seid, noch habe ich euch Atem und Leben geschenkt; auch habe ich keinen von euch aus den Grundstoffen zusammengefügt. [Ijob 10,8-12; Ps 139,13-15]
  23. Nein, der Schöpfer der Welt hat den werdenden Menschen geformt, als er entstand; er kennt die Entstehung aller Dinge. Er gibt euch gnädig Atem und Leben wieder, weil ihr jetzt um seiner Gesetze willen nicht auf euch achtet.
  24. Antiochus aber glaubte, sie verachte ihn, und er hatte den Verdacht, sie wolle ihn beschimpfen. Nun war nur noch der Jüngste übrig. Auf ihn redete der König nicht nur mit guten Worten ein, sondern versprach ihm unter vielen Eiden, ihn reich und sehr glücklich zu machen, wenn er von der Lebensart seiner Väter abfalle; auch wolle er ihn zu seinem Freund machen und ihn mit hohen Staatsämtern betrauen.
  25. Als der Junge nicht darauf einging, rief der König die Mutter und redete ihr zu, sie solle dem Knaben doch raten, sich zu retten.
  26. Erst nach langem Zureden willigte sie ein, ihren Sohn zu überreden.
  27. Sie beugte sich zu ihm nieder, und den grausamen Tyrannen verspottend, sagte sie in ihrer Muttersprache: Mein Sohn, hab Mitleid mit mir! Neun Monate habe ich dich in meinem Leib getragen, ich habe dich drei Jahre gestillt, dich ernährt, erzogen und für dich gesorgt, bis du nun so groß geworden bist.
  28. Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; sieh alles, was es da gibt, und erkenne: Gott hat das aus dem Nichts erschaffen, und so entstehen auch die Menschen. [Ijob 26,7]
  29. Hab keine Angst vor diesem Henker, sei deiner Brüder würdig, und nimm den Tod an! Dann werde ich dich zur Zeit der Gnade mit deinen Brüdern wiederbekommen.
  30. Kaum hatte sie aufgehört, da sagte der Junge: Auf wen wartet ihr? Dem Befehl des Königs gehorche ich nicht; ich höre auf den Befehl des Gesetzes, das unseren Vätern durch Mose gegeben wurde.
  31. Du aber, der sich alle diese Bosheiten gegen die Hebräer ausgedacht hat, du wirst Gottes Händen nicht entkommen.
  32. Denn wir leiden nur, weil wir gesündigt haben.
  33. Wenn auch der lebendige Herr eine kurze Zeit lang zornig auf uns ist, um uns durch Strafen zu erziehen, so wird er sich doch mit seinen Dienern wieder versöhnen.
  34. Du Ruchloser aber, du größter Verbrecher der Menschheit, überheb dich nicht, und werde nicht durch falsche Hoffnungen übermütig, wenn du deine Hand gegen die Kinder des Himmels erhebst.
  35. Denn noch bist du dem Gericht des allmächtigen Gottes, der alles sieht, nicht entronnen.
  36. Unsere Brüder sind nach kurzem Leiden mit der göttlichen Zusicherung ewigen Lebens gestorben; du jedoch wirst beim Gericht Gottes die gerechte Strafe für deinen Übermut zahlen.
  37. Ich gebe wie meine Brüder Leib und Leben hin für die Gesetze unserer Väter und rufe zu Gott, er möge seinem Volk bald wieder gnädig sein; du aber sollst unter Qualen und Schlägen bekennen müssen, daß nur er Gott ist.
  38. Bei mir und meinen Brüdern möge der Zorn des Allherrschers aufhören, der sich zu Recht über unser ganzes Volk ergossen hat.
  39. Da wurde der König zornig und verfuhr mit ihm noch schlimmer als mit den anderen – so sehr hatte ihn der Hohn verletzt.
  40. Auch der Jüngste starb also mit reinem Herzen und vollendetem Gottvertrauen.
  41. Zuletzt starb nach ihren Söhnen die Mutter.
  42. Soviel sei über die Opfergelage und die schlimmen Mißhandlungen berichtet.

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