Die Ikone des Hl. Theodor des Stratilates zu Kalbensteinberg

In der Kirche St. Maria und Christophorus in dem mittlefränkischen Ort Kalbensteinberg bei Nürnberg befindet sich eine russische Ikone des hl. Märtyrers Theodor des Heerführers († 319) von hervorragender Qualität der Stroganov-Schule aus dem Ende des 16. Jahrhunderts, vermutlich Pskover Provenienz, die Anfang des 17. Jhd. in die evangelisch-lutherische Kirche des Dorfes gelangte, – offenbar, weil sich ein Vertreter der Nürnberger Patrizierfamilie Rieter, die das Patronat für Kalbensteinberg innehatte, für die Ikone interessiert hatte. Sie wurde wahrscheinlich von dem Ritter Phillipp Rieter (1566-1635) von einem Feldzug in Polen nach Franken mitgebracht und um das Jahr 1613 in der Dorfkirche von Kalbensteinberg, das damals mit dem umliegenden Land Eigentum des Rittergeschlechtes der Rieter war, aufgehängt.
Längst bevor also Ikonen in größerer Zahl im Westen gesammelt wurden, bestand hier und da auch schon früher Interesse an östlichen Ikonen im Westen. Neben der Beachtung, welche die Ikone durch die ansässige Bevölkerung wegen ihrer besonderen Schönheit genießt, wurde sie in der Zeit der Napoleonischen Kriege von in Deutschland mitkämpfenden Russen ehrfürchtig verehrt.
Wallfahrtsorte des Hl. Theodor des Stratilates, der am 8. Februar und am 8. Juni, dem Tag der Übertragung seiner Reliquien nach Euchaita verehrt wird, befinden sich in Konstantinopel, in Athen, in Venedig, in der röm.-kath. Kirche San Salvatore, wohin seine Reliquien im Jahre 1260 von Mesembria gebracht wurden, außerdem in Rom, und in Köln.
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- Published:
- 16 Mai, 2008 / 10:17
- Category:
- Oekumene
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