Die Entdeckung Christi in einem hinduistischen Ashram

Die Entdeckung Christi in einem hinduistischen Ashram
von Kevin Allen

I. Die Entdeckung spiritueller Wahrheit

Ich bin in einer nicht-religiösen Familie aufgewachsen. Meine Eltern waren Atheisten, als ich noch jung war, und sozial aktiv in der linksliberalen Politik. Christ zu werden stand außerhalb jeder Diskussion. Ich kannte keine Christen und meine Mutter war eine Ex-Katholikin, die der Kirche und dem Christentum den Rücken gekehrt hatte.
Die Spielplätze und Straßen meiner Heimatstadt in der Nähe von New York lehrten mich, hart zu sein. Leben bedeutete „nehmen“: wegnehmen, was einem nicht gegeben wurde. Das Leben hatte kein Ziel, so dass es nur aus „Haben“, „Nehmen“, „Wegnehmen“ und „Behalten“ bestand. Jeder schien das zu vertreten und so zu leben, so dass ich es nie in Frage stellte. Das Problem bestand darin, dass meine innere Welt voll starker Angst, Unsicherheit, Depressionen und Verzweiflung war. Ich hatte schon begonnen zu rauchen, zu trinken und Marihuana zu nehmen. Mit 15 nahm ich LSD. Um die 16 bestand das gängige Vergnügen aus Heroin. Viele meiner Freunde waren, bevor sie 18 wurden, heroinsüchtig.
Als ich 16 Jahre alt war, wurde ich wegen Besitz und Verkauf von Marihuana verhaftet. Meine Eltern vertraten die Position der „strengen Liebe“ und warfen mich aus dem Haus. Ich lebte in verlassenen Autos und in Apartments von anderen mir bekannten vagabundierenden  Jugendlichen. Etliche von uns hatten die Bindung zu Elternhaus und Schule gelöst.
Als ich vor Gericht gestellt wurde, waren meine Eltern gerade in Ferien außerhalb des Landes und der Richter entließ mich mit der schriftlichen Verpflichtung, mich in ungefähr vier Monaten wieder dem Gericht zu stellen. Diese Monate waren ein Alptraum und eine Spirale abwärts in ein tiefes schwarzes Loch voll Verzweiflung.
Schließlich kam ich wieder mit meinen Eltern zusammen. Bei meiner Rückkehr fand ich Veränderungen vor. Meine Mutter war den Anonymen Alkoholikern beigetreten und hatte ein tiefgehendes, lebensveränderndes, geistliches Erwachen. Sie las Alan Watts und DT Suzuki und Bücher wie z.B. das Ägyptische Totenbuch. Ihre Miene und Haltung waren verändert. Sie war ruhiger und weicher. Ich begann einige der Bücher zu lesen, sobald sie sie ausgelesen hatte. Ich fühlte mich unmittelbar hingezogen zum Zen-Buddhismus und zum Hinduismus, besonders zur Vedanta. Was mich zum Zen hinzog, war die Satori-Erfahrung, wo man „sieht“ – wie in einem Blitz, aber vorbereitet durch intensive geistige Arbeit –  man ist „erleuchtet“, man erkennt „das innere Wesen der Dinge“. Aber ich wurde letztlich zum Hinduismus hingezogen, weil er neben einer ähnlichen Erfahrung der „Erleuchtung“ auch eine persönliche  „Gottheit“ anbietet (oder, um genauer zu sein, viele Gottheiten). Der Zen-Buddhismus war ein geistiger Pfad, durch den man wie in einem ordentlichen, reinen, klinischen Laboratorium auf sich selbst einwirkt. Der Hinduismus war chaotischer, aber er hatte Wärme und Farbe und – was mir am wichtigsten war – einen persönlichen Gott, den man anbeten konnte. Ich war mir nicht sicher, warum das so wichtig war, aber mir war es bedeutsam. Ich wollte erleuchtet werden, aber ich brauchte auch eine göttliche Person, die ich kennen und anbeten konnte und der Hinduismus bot beides. Ich habe letzten Endes erfahren, dass wir dazu geschaffen sind, den Persönlichen Gott, Jesus Christus, anzubeten und dass unser Herz in Unruhe bleibt, bis wir dies tun.

Ich fand meine „Wohnung“ im Ramakrishna-Vivekananda-Zentrum in New York. Mein Leben änderte sich von Grund auf. Die Entdeckung, dass „Gott“ existiert und dass es eine „spirituelle Wirklichkeit“ jenseits der Schmerzen und Leiden des Lebens  gibt (die ich ja so gut kennengelernt hatte), war eine total befreiende Entdeckung für mich. Ich ließ alles hinter mir, was ich zuvor gelernt hatte und stürzte mich Hals über Kopf in mein neues Leben. Mein „Guru“ (geistiger Lehrer) war ein hinduistischer Mönch, Kopf und Gründer des Zentrums. Swami Nikhilananda war zu diesem Zeitpunkt Mitte Siebzig und von schwacher Gesundheit. Er war der Autor vieler tiefgehender Bücher  über Vedanta, Hinduismus, Sri Ramakrishna, den bengalischen (indischen) Mystiker des 19. Jahrhunderts und geistigen „Führer“ der Bewegung in den USA, in Europa und Indien. Es war die Epoche der 60er Jahre, als die Hippies und die Beatles alle „Gurus“ wurden. Die Hare Krishnas sangen und tanzten auf den Straßen und „evangelisierten“ auf den Flughäfen. Die Vedanta-Bewegung war der ältere spirituelle Bruder all dieser Bewegungen der 60er Jahre und wir schauten herab auf diese Gruppen, die eine eher theatralische Schau abzogen. Wir sahen uns selbst als „orthodoxe“ Hindus!
Mein Guru war ein weiser und gütiger, ein großväterlicher Mann. Er zog mich sofort in den inneren Kreis (was ein Privileg war, denn er hielt die meisten Menschen auf Armeslänge) und ich wurde sein persönlicher Begleiter. Das ist das höchste Privileg überhaupt in der Beziehung zwischen hinduistischem Guru und Schüler. Ich kenne keine ähnliche Beziehung in irgendeiner anderen spirituellen Tradition (außer der Beziehung von Schüler und geistlichem Vater auf dem Berg Athos). Der Schüler ist gehalten, in seinem Guru Gott zu sehen und ihm in Gehorsam zu dienen, so als wäre er Gott. Durch solche Dienste und einen solchen Gehorsam – so wird gelehrt – lernt man, wie man Gott dienen soll, denn wenn man seinem geistlichen Vater nicht dienen kann, der Fleisch und Blut ist, dann kann man auch Gott nicht dienen, der Geist ist.
Auch während des Sommers war ich der persönliche Begleiter des Swami in den Ashrams (Klöstern) des Zentrums im Park Thousand Islands in New York. Ich schlief auf einem Sofa in einem angrenzenden Raum, um ihm in der Nacht Hilfe zu leisten, wozu ich mit einer Kuhglocke gerufen wurde, die der Swami auf dem Nachttisch stehen hatte.Er war alt und schwach und fiel oftmals hin, wenn er ins Badezimmer ging; so half ich ihm mehrmals in der Nacht ins Bett und aus dem Bett, oder hielt ihm Gesellschaft – meist in Schweigsamkeit – während seiner häufig auftretenden Schlaflosigkeit.
Unsere Sommertage waren gefüllt mit Lesen, persönlichem Gebet und Meditation, mit langen Spaziergängen und am Nachmittag mit Puja (Gesang, Gebete und Anbetung) in einem „Puja-Saal“.
Ich wurde im ersten Sommer vom Swami im Ashram in die spirituelle „Genealogie“ von Sri Ramakrishna und Sri Sarada Devi (seine „Gemahlin“) „eingeweiht“. Swami war von Sri Sarada Devi als Teenager „eingeweiht“ worden und sie hatte – lange bevor er selbst zu dieser Entscheidung kam – vorhergesagt, dass er im „Orden“ von Ramakrishna Mönch werden würde. Der Einweihungsprozess ist eine private Zeremonie zwischen Guru und Schüler, in der man seinem Guru gewidmet wird und dem Guru des Gurus und dem Guru des Gurus des Gurus, ad infinitum! Man wird grundsätzlich in die geistliche Linie des Gurus und seiner geistlichen Vorfahren eingeweiht. Es werden Opfergaben dargebracht, Gesänge gesungen (auf Sanskrit) und es wird einem beigebracht, wie man mit einem Mantra meditiert (d.h. mit einem Wort auf Sanskrit oder mit dem Namen des Gottes, den man hat, was gewöhnlich mit dem Wort „OM“ eingeleitet wird). Die hinduistische Meditation besteht aus Visualisation und der Wiederholung des Mantra. Beim Bhakti-Joga – Anbetung einer persönlichen Gottheit –  schaut man auf ein Bild oder ein Foto seiner Gottheit und visualisiert dann dieses Bild im „Lotus“ seines Herzens mit geschlossenen Augen, während man in der Lotus-Stellung sitzt und das Mantra wiederholt. Es wird einem beigebracht, dass man nach einer solchen Meditation durch Reinigung die Schichten der „Maya“ oder der ontologischen Täuschung durchtrennt und sein „wahres Selbst“ entdeckt. Dieses Selbst wird identifiziert mit der persönlichen Gottheit, die man hat und mit der man sich in einer geistigen und ontologischen Einheit befindet („alle Dinge sind eins“).
Der Vedanta-Hinduismus lehrt, dass alle religiösen Traditionen von den untersten bis zu den höchsten Formen auf den einen Gott  – „Brahman“ –  hinweisen, der jenseits von Name, Form, Beschreibung und Wissen ist. Die Gottheiten sind nur „Formen“, die dieser formlose „Brahman“  aus Erbarmen für den Anbetenden annimmt, der eine solche „Form“ wegen seiner begrenzten Wahrnehmungfähigkeit zur Anbetung braucht. Daher steht keine der Gottheiten – oder „ Inkarnationen von Gott“, wie sie genannt werden – ontologisch höher als die andere. Der Brahman-Gott nimmt die Gestalt und Form an, die man braucht und ist abhängig von dem Stadium des persönlichen Fortschreitens eines jeden, von seiner Kultur etc. Es ist anzunehmen, dass Sri Ramakrishna dies selbst erfahren hat, indem er die „Einheit“ aller Gottheiten in Brahman gesehen hat bei seinen „Samadhi-Erlebnissen. Es wurde gelehrt, dass  Christus „eine“ der Inkarnationen von Gott sei, ebenso wie Buddha, Krishna, Ramakrishna, Mohammed etc. Selbstverständlich glaubten wir, „unsere“ Gottheit  und unser Weg – Sri Ramakrishna – sei der am höchsten erleuchtete und der direkteste Weg, um zur Erleuchtung zu gelangen. Aber der Hinduismus ist wesentlich ökumenisch, was die Dinge in der Sprache der christlichen Evangelisierung auch erschwert („Oh ja, Christus ist Gott, aber genauso ist auch mein Krishna Gott“).
Im „Puja-Saal“ in unserem Ashram  – und indem wir bei dieser ökumenischen Annäherung bleiben – gab es Bilder von verschiedenen Gottheiten an den Wänden. Ich erinnere mich an Buddha in der Lotus-Stellung; an Krishna und Arjuna (Bhagavad-Gita) in ihren Kampfwagen auf dem Schlachtfeld; an Christus am Kreuz. Es gab verschiedene Bilder von Sri Ramakrishna, Sri Sarada Devi und Swami Vivekananda auf dem Altar und unser Puja war an sie gerichtet. Puja ist ein sehr farbiges Erlebnis mit Kerzen, Schellen, Weihrauch, brennendem Ghee (Butter), mit Singen und Sich-Niederwerfen. Die Mönche tragen ockerfarbene Gewänder. Jedem Schüler wird eine Gebetsschnur gegeben, womit er sein Mantra sagt und von seinem Guru wird ihm eine feste Zahl von Mantra-Wiederholungen gegeben. Außerdem gibt es die Meditation, die viele Stunden dauern kann.
Puja dauert gewöhnlich eine Stunde und die Mönche verbleiben viel länger in Meditation. So meditieren sie mehrmals täglich nur mit Unterbrechungen für ein vegetarisches Mahl, für Studien und/oder eine Arbeit.
Es muss daran erinnert werden, dass der Hinduismus die einzige Religion war, die ich kannte. Über das Christentum wußte ich nichts, nur das, was ich darüber in hinduistischen Büchern gelesen hatte. Diese Bücher lehrten eine hinduistische Version über Jesus Christus, indem sie ihn mit einer von vielen „Inkarnationen“  von Gott gleichsetzten und ihn als ein „voll verwirklichtes Sein“ bezeichneten.
Ich war dem Hinduismus vollkommen hingegeben. Ich wollte ein Mönch werden wie mein Guru, ein amerikanischer Mönch des Ramakrishna-Ordens. So ist das, was geschah, sicherlich nichts, was ich selbst verursacht oder gewünscht hätte, dass es geschehe. Dennoch, es geschah wie folgt.
Als ich mit der Meditation begann, visualisierte ich meine Gottheit in meinem Herzen. Manchmal war mein Herz warm vor Liebe und Hingabe an meine Gottheit, aber meistens blieb es kalt oder ich war zerstreut. Am Ende war es so, dass mein Geist spazieren ging und ich die Augen öffnete, um zu versuchen, mich neu zu konzentrieren, indem ich auf den Altar schaute und auf die Fotografien von Sri Ramakrishna. Seltsamerweise aber richtete sich mein Blick auf das Bild von Christus am Kreuz, das an der Wand hing. Etwas war an diesem Bild, das meinen Blick festnagelte. Ich fühlte mich wie von einem Magneten an den Ort des Geschehens gezogen. Ich fühlte, als ob ich mit der Heiligen Jungfrau und den Aposteln am Fuß des Kreuzes stünde. Meine Augen füllten sich mit Tränen (ich hatte keine Ahnung, warum). Mich erfüllte ein unglaubliches Gefühl von Trauer und Verlust, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ich fühlte mich seltsam und auf eine mir ganz unverständliche Weise verbunden mit diesem Mann am Kreuz. Ich änderte meine Position, so dass ich das Bild nicht mehr sehen konnte. Ich weigerte mich, meinem Geist zu erlauben, zu diesem Bild, das ich in meinem Kopf sah, zurückzukehren. Aber es kam wieder und ich fühlte „Wärme“ im Herzen und „Frieden“ und eine „Freudentrauer“ mit diesem Gedanken nur an Christus, wie ich es nie gekannt hatte. Ich wollte über Christus meditieren, nicht über Ramakrishna!
Dieses Erlebnis hatte ich nicht nur ein- oder zweimal, sondern viele Male. Tatsächlich erreichte es eine solche Intensität, dass ich mit dem Swami darüber sprach. Ich fragte ihn: „Wenn Brahman so viele Gestalten und Formen annimmt, gibt es dann eigentlich einen Grund, weshalb man nicht Christus als seine bevorzugte Gottheit wählen kann?“
Er war über meine Frage sehr überrascht. Nach einem langen Schweigen antwortete er: „Ramakrishna ist unsere Gottheit. Man kann keinen geistlichen Fortschritt machen, wenn man von einer zur anderen Gottheit springt.“ Diese Antwort befriedigte mich nicht wirklich, weil er mir nicht gesagt hatte, Christus könne nicht die Gottheit von jemandem sein, sondern nur, er könne nicht meine Gottheit sein!
Jenen Sommer verbrachte ich in einem Zustand der Verwirrung, da beide Bilder in mir um die Übermacht kämpften. Ich war Hindu. Ich war von Swami Nikhilananda eingeweiht worden. Aber ich wurde zu Jesus Christus hingezogen, ohne die Schrift gelesen zu haben, ohne jemals in eine Kirche gegangen zu sein, ohne irgendein Wissen von Dogmen und Theologie zu haben. Ich liebte ihn einfach und erkannte, dass er mich rief, ihm zu folgen. Ich dachte (skandalös!), dass Ramakrishna war ein höchst entwickeltes Sein war, aber eben doch kein wirklicher Gott. Irgendwie – frage mich keiner, wie, wenn nicht durch das Erbarmen und die Gnade Gottes durch den Heiligen Geist – glaubte ich,dass Jesus Christus der Sohn Gottes war. Aber ich war als Hinduist herangebildet und es sollte noch viele Jahre dauern, bis ich dazu kam, die biblische Erklärung über Christus zu verstehen und zu akzeptieren. Ich musste umlernen, was ich gelernt hatte. Dieses „Umlernen“ und „Neulernen“ war ein Prozess, der Jahre brauchte.

II. Der lange gewundene Weg

Meine „Reise“ begann mit dem „Jesus-Gebet“. Hier folgt, wie dies geschah. Nachdem ich die Prüfung am College abgelegt hatte – wo ich vom religiösen Glauben wieder abfiel und mit allen Arten von unguten Dingen experimentierte – ging ich zurück nach New York City, um Journalismus zu studieren. Mein Herz und meine Seele waren unruhig und ich war bis ins Innerste aufgewühlt. Ich erlebte so schwere Panik-Attacken, dass ich auf der Intensiv-Station landete. Es gab einen wohlbekannten Buchladen mit metaphysischen Themen in Green Village, wo ich oft hinging (und sogar eine kurze Zeit gearbeitet habe). Es gab dort eine riesige Auswahl an Büchern über Metaphysik, Mystizismus, Okkultismus, Astrologie, Schwarze Magie, Satanische Rituale, Hinduismus, Buddhismus, Islam, Sufismus und Christentum (alle Varianten). Ich suchte nach Büchern über „mystisches“ Christentum und fand (mit Gottes Willen, dessen bin ich sicher) die „Philokalie. Schriften der frühen Kirchenväter über das Herzensgebet.“ Ich bin niemals zuvor mit dem Christentum des Ostens oder dem „Herzensgebet“ in Kontakt gekommen. Vor allem waren mir die Sprache und die theologische Terminologie fremd, aber trotzdem identifizierte ich mich mit dem Gebet und seiner zugrunde liegenden Prämisse, dem Wort des Apostels Paulus zu folgen, „ohne Unterlaß“ zu beten (1 Th.5,17).
Ich begann das Gebet schon, als ich das erste Kapitel gelesen hatte und setzte es ab diesem Moment fort. Ich bin heute überzeugt, dass Christus – durch dieses besonders geheiligte Gebet – mich schließlich dahin führte, Seine Heilige Orthodoxe Kirche zu finden. Meine „Reise“ zur Orthodoxen Kirche besteht aus zwei unterschiedlichen Phasen, mit Christus Selbst, der mich immer näher zu Sich zog.
Die erste Phase waren katechetische Studien des römischen Katholizismus. Ich war inspiriert durch die Schriften von Dom Thomas Merton (z.B. „Seven Story Mountain“), der ebenfalls an der Colombia Universität studiert hatte, wo ich mein Graduiertenstudium ablegte (er war schon gestorben). Auch er hatte ein undiszipliniertes Leben geführt, bevor er römisch-katholisch und schließlich Mönch im Trappisten-Orden wurde (ich fragte mich, ob das nicht vielleicht auch meine Berufung sei).
Sein Katholizismus war beeinflusst von der östlichen Spiritualität (Buddhismus, Hinduismus). Ich glaubte, das wäre passend für mich, da dies ja auch meine Orientierung war. Ich begann mit der Katechese in derselben Pfarrei, wo Merton Jahre zuvor seine Katechese empfangen hatte (Corpus-Christi-Kirche). Jedoch, anstatt durch die Kirche näher zu Christus gezogen zu werden, fand ich die Katechese ziemlich öde und, offen gestanden, deprimierend. Mir schien, dass sie sich eher auf die Sünde konzentrierte (es gibt sogar zwei Kategorien für die Sünde: die verzeihlichen und die tödlichen) und auf die Besänftigung des Zornes Gottes durch die Vermittlung der Kirche. Der römische Katholizismus (und der Westen allgemein, wie ich später herausfand) ist stark von Augustinus beeinflusst (besonders von seinen „Bekenntnissen“) und während ich mich sehr wohl mit seinen Gefühlen von erdrückender Schande und  persönlicher Sündhaftigkeit identifizieren konnte, erlebte ich nicht die ausgleichende „Freude“ in der katholischen Kirche. Ich konnte mich eben nicht mit dem Bild von Gott Vater als zornigem Richter (wie Augustinus ihn porträtiert hat) befreunden, eine spirituelle Chrakterisierung, wie sie es im Hinduismus nicht gibt. Der Katholizismus erschien mir „mittelalterlich“, „dunkel“, „legalistisch“. Die „Schichten“, die ich zwischen der Kirche und einer „direkten“ Verbindung zu Christus erlebte, empfand ich als unüberwindlich. Mein „Herz“ und mein „Kopf“ waren in zwei verschiedene Lager gespalten. Ich hörte mit der Katechese eine Woche, bevor ich römisch-katholisch getauft werden sollte, auf.
Die Ironie der Sache ist, dass ich, während ich das Herzensgebet (welches das Kerngebet der östlichen Kirche ist) in der gesamten Zeit meiner Katechese nicht unterbrach, mich dennoch keiner der beiden orthodoxen Gemeinden (griechisch und russisch) in der City genähert hatte. Vielleicht war ich nicht reif. Gott allein weiß es.
Die zweite Phase meiner „Reise“ war die als ein charismatisch-evangelikaler Protestant. Diese Phase begann an einem Wochenende, als ich mich in meine Wohnung eingeschlossen hatte, um zu beten und zu fasten.
Ich hatte beschlossen, dass ich eine direkte Erfahrung mit Gott brauchte und dass ich Gott selber fragen müsse, ob Christus wirklich „Sein eingeborener Sohn“ ist und nicht einfach „einer von vielen Göttern“. Ich kämpfte immer noch mit dieser Frage. Um die Dinge noch komplizierter zu machen: Bei mir war ein schwerer Fall von Zuckermangel (und Diabetes im Vorstadium) diagnostiziert worden, und ich bekam leicht Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlimmeres, wenn ich nicht regelmäßig aß. Aber ich dachte, die Antwort auf die Frage („Ist Christus der Eine und Einzig Wahre Gott“?) sei wichtiger als mein physisches Wohlergehen. So enthielt ich mich des Essens, las das Johannes-Evangelium, betete und flehte den damals noch „unbekannten Gott“ um Klarheit und Führung an. Fast wie ein Wunder war es für mich, dass ich keine Unterzuckerungskrise hatte. Ich fühlte einen großen Frieden. Das Wichtigste aber war:  Ich erhielt eine klare Antwort in „meinem Herzen“. Ich erfuhr in der Abgeschlossenheit dieses Wochenendes, dass „Jesus Christus Gottes eingeborener Sohn“ ist und dass andere „Götter“ Projektionen für das Bedürfnis des Menschen nach Gott sind, dass sie aber nicht wahrhaft Gott sind. Dies war ein riesiger geistlicher Durchbruch für mich. Nun stellte sich die Frage: „Was tue ich mit dieser Information?“
Ein Teil des „Pakets“ von Informationen, die diese „persönliche Offenbarung“ (ich hätte es nicht anders bezeichnen können) zu begleiten schien, war eine Idee, die mir noch nie in den Sinn gekommen war. Es war eine „stille, kleine Stimme“, die mich drängte, eine Kirche zu finden, die „voll des Geistes“ war. Ich wußte kaum, was „voll des Geistes“ zu bedeuten hatte (waren denn nicht alle christlichen Kirchen „voll des Geistes“?).
Ich fragte und forschte rings herum und da gerade die Epoche der „charismatischen Wiederbelebung“ aufgekommen war, wurde „voll des Geistes“ mit den charismatischen protestantischen und katholischen Kirchen assoziiert. Ich wurde zu einer charismatischen Presbyter-Kirche geleitet (die bald danach von der Sekte getrennt wurde). Der Pastor war ein wunderbarer Mann,  ebenso wie die „Presbyter“ (einer von ihnen ist immer noch einer meiner besten Freunde).  Ich wurde  durch das „Gebet des Sünders“ geführt, wo ich meine vielen Sünden bekannte und meinen Wunsch offenbarte, Christus möge der Retter und Herr meines Lebens sein und ich nahm „Jesus Christus in meinem Herzen“ an. Es wurde bestätigt, dass ich hier und jetzt gerettet sei und alle Belohnungen ernten würde, von denen die Schrift spricht, und welche Gott gerade für mich bewahrt habe. Mir wurde gesagt, dass die Worte der Bibel gerade für mich geschrieben seien (dank der Voraussicht Gottes, vermute ich) und dass ich die Schrift in diesem Sinne lesen solle. Sie war die „Gebrauchsanweisung für den Eigentümer“, für mich, von Gott! Ich bemühte mich sehr, all dies zu akzeptieren – vor allem, weil ich das … Rezept der Rettung nicht zum Unglücksbringer machen wollte – aber  mir blieben Zweifel: „Ist das alles, was zu tun ist?“… „Was geschieht mit all den schlechten Gedanken und Taten, mit denen ich kämpfe?“ … „Werde ich automatisch wie Christus, durch spirituelle Osmose?“ …“Muss ich nicht selbst etwas tun?“ …  „Ist es möglich, dass etwas derart Wichtiges so einfach ist?“ …
Aber diese ausgezeichneten Menschen mit ihren theologischen Diplomen versicherten mir, dass dies grundsätzlich alles sei, was für eine volle, umfassende und endültige „Rettung“ nötig sei. All dies sei für mich geschehen und mir zugemessen durch die Gerechtigkeit Christi. Alles was ich zu tun hätte, sei, „im Wort zu bleiben“, womit die geschriebene Heilige Schrift gemeint war. Ich sei auf meinem Weg zum Himmel so sicher wie die Sonne im Osten aufgeht (sie meinten das ernst und ich sage es ohne  Ironie).
Jedoch, der nächste Schritt war, das „Zeichen der Fülle des Geistes“  zu erleben, das darin bestand, „in Zungen zu reden“. Dies geschah in einem „Gottesdienst“ nach meiner „Rettung“. Einige begannen, babbelnd und stotternd zu beten und ich wurde ermutigt, es ihnen gleich zu tun. Ich tat es. Offen gestanden, ich habe – in meinen ganzen 15 Jahren als Charismatiker – die „Zungensache“ nie „gepackt“ (warum sie wichtig war, wie sie einen als Christen „formt“ oder was ihr Zweck war, da niemand anders etwas verstehen konnte), aber mir wurde gesagt, nichtsdestoweniger einfach mitzumachen, weil es Gottes Wille und Absicht sei, genau wie zu Pfingsten im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte. Mir wurde gesagt, dass auf diese Weise sich Gottes Heiliger Geist Selbst durch uns manifestiere und mein rationales Denken transzendiere. Es klang irgendwie mystisch, was ich in Ordnung fand.
Physische Heilung und um physisches Heilen zu beten, war ebenfalls eine große Sache. Wieder und wieder wurden wir belehrt, dass Christi Erlösung – Gottes Reich war bereits hier und jetzt und man brauchte nur „Anspruch“ darauf zu erheben –  die Heilung von Seele UND Körper beinhalte. Wir beteten für jede Art von Heilung und für jedermann – Kopfschmerzen, Kahlköpfigkeit, Erkältungen, Halsschmerzen, Rückenschmerzen. Wir „legten Hände auf“, beteten in Zungen und beteten mit unseren eigenen Worten: „Gott Vater, heile doch dies oder das, Vater, segne doch dies oder das, Vater, befreie doch unseren Bruder von diesem oder jenem…“ Ich war drin (im Königreich) und brauchte jetzt nur einfach aus den unendlichen Verdiensten und der Macht Christi und des Heiligen Geistes zu schöpfen. Auf eine Weise schien es,  dass der eigene Glaube nicht stark genug war, wenn man nicht geheilt wurde.
Zu dieser Zeit heiratete ich meine schöne Frau, Colleen, und mit ihr war ihre (meine) kleine Tochter Jennifer. Wir zogen aus beruflichen Gründen ein gutes Stück herum, besuchten aber immer charismatisch-evangelikale Kirchen, die sowohl eine evangelikale Theologie hatten als auch das Pfingst-Erlebnis. Wir kamen schließlich nach Südkalifornien, wo wir Wurzeln schlugen. Wir begannen auch, eine der „heißesten“ charismatisch-evangelikalen Kirchen der Region zu besuchen. Sie erzeugte eine nationale und internationale Bewegung  und wir besuchten die Heim-„Kirche“ (tatsächlich die Aula eines Gymnasiums) in Anaheim Hills, Kalifornien. Der leitende Pastor trug ein Hawai-Hemd und war einst Musiker von Beruf gewesen, der Piano in der Band der 60er Jahre „The Righteous Brothers“ gespielt hatte. Der Gottesdienst der Kirche wurde von einem Gottesdienst-Team geführt, das aus einem elektronischen Band und Sängern bestand. Die Musik war zeitgenössisch und einige Stücke waren sehr emotional geladen. Anders als andere Gottesdienste, die wir besuchten, dauerte dieser sehr lang, anschließend gab es Bibel-Unterricht. Danach gab es eine chaotische „Dienst“-Zeit, wo Leute nach vorn kamen und taten, was ihnen einfiel: vom „Wiederwidmen“ ihres Lebens an Christus (etwas, was auch wir wieder und wieder taten), zum Beten füeinander bis zu „Worten der Prophezeiung“.  Die Menschen schluchzten, weinten, zitterten, fielen in Ohnmacht, sprachen in „Zungen“ und dieser Teil dauerte oft noch eine Stunde nach dem Ende des offiziellen Gottesdienstes. Danach gingen alle weg zum Mittagessen.
Wir hatten uns an diese Art Kirche gewöhnt, und da ich mich nie mit Kirchengeschichte beschäftigt hatte, hatte ich keine Vergleichsmöglichkeit, festzustellen, ob dies die Art war, wie eine Kirche funktionieren sollte. Aber während dieser Zeit – als wir Gastgeber bei Versammlungen wurden und  Sonntagschullehrer  und in alle Arten von „Diensten“ hineingezogen wurden –  fühlte ich, dass mein „inneres Leben“  nicht mit meinem „äußeren Leben“ übereinstimmte. Ich kämpfte weiterhin mit Gedanken, Trieben und Verhaltensweisen, die ich überwinden wollte, wozu ich aber unfähig zu sein schien. Zu wem konnte ich sprechen? Wie konnten  mein inneres und mein äußeres Leben „heilig“ werden? Niemand schien es zu wissen. Ich wußte, dass Christus sagte: „Seid vollkommen, wie auch euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Und ich wußte, dass dies nicht der Fall war. Ich tat alles, wovon man uns sagte, das es die „Geretteten“ tun, aber mein inneres Leben war immer noch chaotisch. Da war irgendwo eine Fehlschaltung.
Das, was mich schließlich zum Nachdenken brachte, war die zunehmende „Verrücktheit“ bei einigen Dingen, die in der Bewegung unserer Kirche vorgingen. Die Phase fand für mich ihren Höhepunkt bei dem Besuch eines Lehrers, der einen Dienst hatte, der „Lachdienst“ genannnt wurde. Er stieg auf die Kanzel und sprach wie ein gestandener Komiker und zwar im Samstagnacht-Gottesdienst! Der Kirchenraum füllte sich mit lautem und heiser anschwellendem Lachen und hysterischen Gutturallauten. Wenn er mit dem Zeigefinger irgendwohin deutete und sagte: „Da ist er (der Heilige Geist), begann das Gelächter da, wo er hinzeigte und setzte sich wie in Wellen über den Kirchenraum fort. Das dauerte Stunden, bis die Leute schließlich auf dem Boden lagen und in die Gänge fielen in Anfällen von Hysterie. Sie stammelten und der Speichel troff ihnen vom Munde, sie kreischten, sie lachten schallend. Einige grunzten. Die Leute um mich herum schienen zu glauben, das sei spirituell, nur ich nicht. Um offen zu sein, ich war angeekelt von der ganzen Bewegung, bei der ich fühlte, dass dies nicht das „wahre Christentum“ sein konnte, wie es in der „frühen Kirche“ praktiziert worden war und für welches Menschen als Märtyrer gestorben waren. Ich wußte, dass sie nicht für solch eine Verrücktheit gestorben waren! Aber ich hatte keine Ahnung, wo ich die „frühe Kirche“ finden sollte. Jeder schien danach zu suchen und und nach eigenem Verständnis und eigenen Interpretationen die frühe Kirche“ modellieren zu wollen, aber wenn das die Menschen zu solch einer Art von Hysterie führte, dann wußte ich, dass sie (die „frühe Kirche“) woanders oder nirgends war.
Der Durchbruch kam, als die Kirche ein Wochenendseminar mit dem Thema: „Geschichte der frühen Kirche“ anbot, das ein vom Fuller Theologie-Seminar eingeladener Theologie-Professor hielt. Wir lasen von Henry Chadwick „The Early Church“, das mit dem 2. Tempelbau im Judaismus einsetzte und zum 4. Jahrhundert des Christentums führte. Ich entdeckte, dass die „frühe Kirche“ liturgisch war, sakramentalisch (genährt vom wahren Leib und Blut Christi in der Eucharistie), und geistlich/hierarchisch. Es gab „eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“ in den ersten tausend Jahren des Christentums, von Pfingsten an bis zum Jahr 1054. Sie hat viele heilige Männer, Frauen und Kinder hervorgebracht. Und sie war kein Modell einer neuerfundenden „frühen“ Kirche; sie wirkte eher „katholisch“, aber mit einem anderen „Ethos“, weniger legalistisch, stärker mystisch. Die Menschen fasteten; sie baten vom Leben geschiedene Märtyrer und andere, die sie Heilige nannten, um ihre Fürbitte; sie liebten die Jungfrau Maria, und natürlich waren sie Christus völlig hingegeben und beteten Ihn als die Zweite Person der Heiligen Trinität an. Sie standen unter der Oberaufsicht von Bischöfen, Gottesmännern, die die apostolische Nachfolge in direkter Linie auf die Apostel zurückführten. Sie waren „biblisch“ (zuerst das Alte Testament; dann füllten sie den Kanon der Schriften, wie wir ihn heute haben), aber sie hatten auch das „System“, die Schriften wahrhaft, ohne Fehler und Häresie zu verstehen. Sie spielten nicht Rock-Musik, es gab kein Gelächter in ihren Gottesdiensten. In der Tat waren diese Gottesdienste feierlich und wurden auf auf zwei „spirituellen Ebenen“ zu gleicher Zeit gefeiert: auf der Erde und im Himmel, zusammen mit den Cherubim und Seraphim und den Heiligen, die die „große Wolke der Zeugenschaft“ bilden. Ich war, offen gesagt, außer mir. Ich hatte ein „Aha-Erlebnis. Ich verstand, dies war das „Kirchenmodell“, auf das sich die Östliche Orthodoxe Kirche als Nachfolger berief (so hatte ich es gelesen!). Ich eilte zu diesem guten Professor und fragte ihn: „Ist diese ‚frühe Kirche‘, die Sie beschreiben, dieselbe Kirche, auf die sich die Östlichen Orthodoxen als die ihre berufen?“ Ich hatte eine „Ja“- oder „Nein“-Frage gestellt. Ich wollte keine Zweideutigkeiten, und zu meiner angenehmen Überraschung  antwortete er  sofort mit „Ja“ auf meine Frage und fügte hinzu: „Aber die Frage, die Sie sich selbst stellen müssen, ist, ob das von Bedeutung ist.“ Nun, das war nicht eine Frage, mit der ich zu ringen hatte. Ich war durch die römisch-katholische Welt hindurch und durch das charismatisch-evangelikale Labyrinth und suchte verzweifelt, was die „wahre  Kirche“ sei –  eine, die immer noch glaubte, wie die frühe Kirche geglaubt hatte, eine, die ihre Gläubigen formte, wie die frühe Kirche sie geformt hatte. Für mich war es von Bedeutung!
Auf irgendeine Weise (Gott weiß, wie) fand ich das Buch „Becoming Orthodox“ von  (dem damaligen) Pater Peter Gillquist, eine Chronik, die von der „Reise“ einer Gruppe von mehr als 2000 Evangelikalen in die reguläre Östliche Orthodoxe Kirche erzählt. Diese Geschichte sprach jede Faser meines Daseins an. Ich fand den Namen einer lokalen Gemeinde derselben Jurisdiktion (Antiochien) und besuchte die Frühmesse und die Liturgie. Ehrlich gesagt, ich weinte die ganze Zeit über. Die Augen geschlossen, glaubte ich, die Chorsänger müssten Engel sein und nicht Männer (oder Frauen). Die Schönheit und Heiligkeit der Liturgie (die ich anhand eines gedruckten Textes verfolgte, um sicher zu sein, dass sie nicht irgendetwas sagten, was ich als „häretisch“ ansah –  man stelle sich vor!) war überwältigend. Als ich an jenem Samstagabend zur Großen Vesper für die abendlichen Gebete wiederkam, wurde aus dem Buch der Psalmen gebetet (die meisten liturgischen Texte sind aus der Hl. Schrift). Nach der Vesper gab es „Heilungsgebete“ für die Kranken; die Priester  und Diakone salbten die Kranken mit geweihtem Öl, so wie es die Schrift und die Tradition verlangen. Ich kann ehrlich sagen, dass ich, vielleicht zum ersten Mal, eine Erfahrung des Heiligen Geistes erlebte. Christus, Seine Engel, Seine Heiligen und Seine Kirche waren gegenwärtig – alle waren gleichzeitig anwesend auf eine unaussprechlliche Weise. Da wußte ich, dass ich endlich „zu Hause“ war. Ich weinte Dankestränen auf dem ganzen Heimweg.

Seit diesem Abend sind elf Jahre vergangen. Meine ganze Familie – Frau, Töchter, Schwiegersohn und drei entzückende Enkel sind mir in die Heilige Orthodoxe Kirche nachgefolgt. Ich habe sie alle aufwachsen und reifen sehen trotz aller Schwierigkeiten und Lebenskämpfe. Wir alle haben immer wieder gesagt, wie dankbar wir Gott sind, dass er Seine Kirche in ihrer alten Form ohne Verwässerung oder Verderbnis schützt und bewahrt vor den „Pforten der Hölle“.

Übersetzung: Marion Alipranti-Conrad, Universität Athen



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